Kategorie: Aktuelles

Blogbuster 2017 – Mein Favorit: Kai Wieland mit „Ameehrikah“

Anfangs hätte ich nicht gedacht, dass es so schwer sein könnte, sich für einen Favoriten entscheiden zu müssen – hatte ich doch zwei richtig gute Manuskripte, die um den Platz in diesem Beitrag konkurrierten. Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht, und jetzt ist er hier: Der eine Titel, Weiterlesen

Blogbuster 2017 – Das Experiment

Seit 2013 stelle ich auf meinen Blog „lust zu lesen“ Bücher vor. Mit dem
einzigen Ziel, Lust auf Bücher machen zu wollen. Am liebsten Lust auf Bücher,
die nicht schon im Vorfeld als Bestseller gehandelt werden. Mich fasziniert es,
wenn ich neben den „großen“ Büchern das kleine, besondere, andere Buch finde. Deshalb reizte mich das von Tobias Nazemi iniziierte Projekt ganz besonders – zu schauen,  was unbekannte Autoren, die bisher noch nie bei einem Verlag veröffentlicht haben, so in der Schublade haben. Weiterlesen

Willkommen, 2016!

Tschüss, 2015…

Ehrlich – so richtig bin ich mit 2015 ja nicht fertig geworden. Zumindest nicht lesetechnisch. Gelesen habe ich zwar trotz der knappen Zeit einiges, allerdings hat mich nichts so richtig vom Hocker hauen können (bis auf eine Ausnahme, aber die bekommt einen Extra-Post). Hier eine kurze Beschreibung der Bücher, die ich trotzdem ganz gerne gelesen habe:

Die Sache mit dem Dezember von Donal Ryan

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-weil Donal Ryan das Talent hat, das Schicksal eines dicklichen, unbeholfenen Jugendlichen, der denkt wie ein Großer und spricht wie ein Kleinkind; der von seinen Eltern geliebt und verwöhnt, von den Jungs draußen aber gehasst und verhöhnt wird und später zwischen die Fronten verschiedener Interessengruppen gerät, in wunderschönen Bildern zu erzählen. Dieses Buch ist ruhig und laut zugleich, es ist rauh und poetisch, sentimental ohne Kitsch, zum Lachen und Schlucken und bleibt lange im Gedächtnis.

 

Die Sache mit dem Dezember wurde von Anna-Nina Kroll übersetzt, umfasst 272 Seiten, kostet € 19,90 und trägt die ISBN 978-3-257-06927-3.

Eine ausführliche Rezension findet ihr bei Sounds & Books.

Der Fisch in der Streichholzschachtel von Martin Amanshauser

Der Fisch in der Streichholzschachtel

 

 

– weil es einfach herrlich schräg ist, wenn ein Mann sich bei seiner Frau Geld pumpt, um ihr eine Kreuzfahrt zum 40. Geburtstag zu schenken (obwohl er Kreuzfahrten hasst); er sich kurz voher heimlich (!) sterilisieren ließ und nun wegen des schmerzenden Gemächts kaum gerade laufen kann; er sich über seinen dicklich-schwerfälligen Sohn ärgert und seine dürre pubertierende Tochter nicht mehr versteht; er dann auf diesem verdammten Schiff auch noch auf eine verflossene Liebe trifft, die seiner verloren geglaubten Leidenschaft zu schmerzhafter Lebendigkeit verhilft, obwohl er doch eigentlich nur gewissenhaft an seinem Eheleben arbeiten wollte. Dann kommt ein großer Sturm, der alles durcheinanderwirbelt, mit anschließender Flaute und macht irrwitzige Bekanntschaft mit Piraten … Ein Buch, dass mich zweigespalten zurück lässt. Einerseits habe ich mich oft über die so wunderbar pointierten Beschreibungen amüsiert, über skurrile Charaktere und vor allem über den verbalen Schlagabtausch zwischen den Eheleuten – andererseits wurden diese Besonderheiten mit der Zeit durch ständiges Wiederholen schlichtweg so niedergemacht, dass ich nahe dran war, das Buch zur Seite zu legen.

Der Fisch in der Streichholzschachtel  schwimmt über 576 Seiten, erschien im Deuticke Verlag und ist für 21,90 € unter der ISBN 978-3-552-06292-4  im Buchhandel zu haben.

 

Madame Coquette und Monsieur Galant von Pierre Sommet

Madame Coquette und Monsieur Galant

 

– weil es interessant und amüsant ist und sich wunderbar weglesen lässt. Pierre Sommet, gebürtiger Franzose mit doppelter Staatsangehörigkeit, war 34 Jahre lang Leiter des Fachbereichs Fremdsprachen an der Volkshochschule Krefeld und geht über 184 Seiten auf Redewendungen ein, die bei uns in Deutschland häufig und ganz selbstverständlich genutzt werden, ohne deren wahre Bedeutung bzw. ihren Ursprung zu kennen. Das zu verfolgen ist interessant, unterhaltsam und von Nicole Peters sehr passend illustriert.

Hier lang geht es zum Blog von Pierre Sommet: http://madamebaguette.tumblr.com/
184 Seiten, treditio, ISBN-13: 978-3849596163

Herzlich Willkommen, 2016

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Erstmal freue ich mich riesig auf den diesjährigen Ehrengast der Frankfurter Buchmesse:

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Wer mich kennt (oder schon mal einen Blick auf die Seite „über mich“ geworfen hat) weiß, dass ich nah der niederländischen Grenze lebe. So nah, dass ich mit dem Rad rüber kann. Bereits seit meiner Kindheit gehören die Niederlande zu meinem Leben ganz einfach dazu: einkaufen, Urlaub machen, Freunde besuchen, der Niederländisch-Kurs in der Schule – all das war ganz selbstverständlich für mich. In den letzten Jahren habe ich mich allerdings schon öfter gefragt, warum man im literarischen Bereich so wenig von und über unsere Nachbarn liest und erfährt. Da ist die Tatsache, dass Flandern und die Niederlande dieses Jahr Gast der Frankfurter Buchmesse sind, doch ein hervorragender Anlass, dies zu ändern. Die Pressekonferenz auf dier diesjährigen Frankfurter Buchmesse machte jedenfalls richtig Lust, sich mit Literatur aus Flandern und den Niederlanden zu befassen. Das werde ich dann auch gerne tun – im Frühjahr geht’s los.

Blogzuwachs

Dann bekommt „lust zu lesen“ Zuwachs! Ein Bloggeschwister quasi. Ich habe lange hin und her überlegt, ob es Sinn macht ein Extra-Blog zu starten – schließlich ist meine Zeit begrenzt und ich hätte im letzten Jahr schon liebend gerne mehr Beiträge verfasst. Aber es gibt noch so viel mehr Themen, die mich beschäftigen, die aber thematisch nicht so recht in dieses Blog passen wollten. Mir wurde das Korsett, das das Thema Literatur mit sich bringt, irgendwie zu eng.
Also habe ich mich entschlossen, ergänzend zum Thema Nr. 1 noch ein weiteres Blog zu starten, auf dem ich das loswerden kann, was mich sonst noch so beschäftigt, bewegt und begeistert.  Das wird sehr persönlich, sehr speziell, eben sehr ich. Darum heißt es auch ganz einfach SonJa (neugierige Nasen können hier schon mal lauern). Sonst nix. Bisher zumindest. Seine endgültige Form hat dieses Blog noch nicht gefunden, es wird noch geschrieben, verändert, geschoben und gefeilt. Für mich mit einem gewissen Hang zum Perfektionismus eine regelrechte Herausforderung, noch nicht das fertige, polierte Ergebnis präsentieren zu können – aber ist nicht Leben generell eine ständige Veränderung? Also sehe ich der Entwicklung gelassen entgegen und bin schon ganz gespannt, in welche Richtung und in welchem Umfang dieses Projekt sich entwickeln wird. Ob dann auf Dauer diese beiden Blogs nebeneinander bestehen bleiben, ob ich doch noch das eine in das andere integriere – ich weiß es noch nicht. Das wird sich zeigen und ich freue mich über jeden, der Lust hat, mich dabei zu begleiten.

Auf der Suche nach der Zeit, 24 Türen und Ostende

Auf der Suche nach der Zeit…

In den letzten Wochen war es still geworden hier. Das lag daran, dass mein zur Verfügung stehendes Zeitkontingent und das Verknüpfungspotential meiner Synapsen von einer Weiterbildung in Anspruch genommen wurden. Mein Lesestoff wurde dominiert von Themen wie Monitoring, Marketing, Kommunikation und Recht im www . Da gibt es zwar auch einige nette Bücher, die durchaus empfehlenswert sind – aber man möge mir nachsehen, dass mir schlichtweg der Nerv fehlte, das schriftlich und hier zu tun. Aber nun gut, das ist jetzt auch wieder Schnee von gestern, ich darf mich nach bestandener Prüfung jetzt auch schön und offiziell „Social Media Manager (TH Köln)“ nennen und mich wieder frohen Mutes ins Blogleben stürzen.

24 Türen

Und hiermit geht es denn auch schon ganz direkt und ganz vorweihnachtlich los: Das verlagseigene Blog von Kiepenheuer & Witsch lud in diesem Jahr einige Buchhändler und Blogger ein, ihre Türen für die Leser zu öffnen, die Fragen „Wer bist du, was sind deine Orte?“ zu beantworten und ein Buch zu empfehlen, das anschließend auch verlost werden wird. Und voila: Hinter der 15. Türe verstecke ich mich mit dem Buch:

Ostende 1936, Sommer der Freundschaft

Ich habe mich für Volker Weidermanns „Ostende – 1936, Sommer der Freundschaft“ entschieden, das im letzten Jahr bei Kiepenheuer & Witsch erschienen ist. Ich habe es jetzt anlässlich der „24 Türen“ ein zweites Mal gelesen – und für mich hat es auch beim zweiten Lesen nichts von seiner eigentümlichen Faszination verloren. Das jene seltsame Stimmung heraufbeschwört, in der sich die unterschiedlichsten Persönlichkeiten im Exil zusammenfinden, um überhaupt irgendwo sein zu können; ein Ort, an dem diesen einen Sommer lang diskutiert, intrigiert, gefeiert, geliebt, getrunken, verzweifelt und gehofft wird.

Einerseits fand ich die sehr nüchterne Sprache Volker Weidermanns etwas arg trocken – andererseits ist es aber vermutlich genau so der richtige Ton, um den Stoff nicht verklärend ins Seichte abdriften zu lassen. Und es macht unglaublich neugierig, sich noch mal näher mit den Texten von Stefan Zweig, Joseph Roth oder Irmgard Keun zu befassen.

Und auf die Texte einer Frau, die im Jahr 1936 an ihren Liebhaber in Amerika, der sie regelmäßig mit Geld versorgt und für sie alles aufzugeben und sie zu heiraten bereit wäre, schreibt:

„Ich habe Dich lieb, aber mir liegt ein Dreck daran, Dich zu heiraten. Ich würde mich lieber in einem deutschen Konzentrationslager totprügeln lassen, als mein Dasein dankbar und demütig an Deiner Seite zu Ende zu leben.“

– da kann man nur neugierig werden. Oder etwa nicht?

Übrigens wird von Irmgard Keun im nächsten Frühjahr bei Kiepenheuer & Witsch „Kind aller Länder“ erscheinen, das Buch, das genau in Ostende, im Sommer der Freundschaft, begonnen wurde.

Ostende 1936, Sommer der Freundschaft

Ostende 1936, Sommer der Freundschaft
Volker Weidermann
ISBN: 978-3-462-04600-7
Erschienen am: 08.03.2014 bei Kiepenheuer & Witsch
160 Seiten

Ausführliche Besprechungen auch von Mara auf Buzzaldrins Bücher, bei Sophie von LITERATUREN, von Claudio auf Sätze und Schätze und Tilmann lud Volker Weidermann zum Gespräch auf 54Books.

Stefan Mesch hat 15 Fragen…

… zusammengestellt, die er fast jedem Literaturblogger gerne einmal stellen würde. So war heute Morgen auf seinem Blog zu lesen.

Ich habe mir seine Fragen angeschaut und fand sie und deren Beantwortung so spannend, dass ich sie gerne hier beantworte.

Also, Stefan, für dich (und natürlich alle anderen, die es interessiert): Weiterlesen

Mittsommer

Heute ist Mittsommer, Sommersonnenwende, der längste Tag im Jahr, die kürzeste Nacht. Man kann diesen Tag feiern, in dem man sich wie beispielsweise in Schweden blumengeschmückt zum Aufstellen der Maistang trifft, gemeinsam neue Kartoffeln, Hering und Knäckebrot isst – und das Ganze fleißig mit der richtigen Menge Schnaps hinunterspült.
Oder man nutzt diesen längsten Tag und diese besondere Zeit, um ausgiebig zu lesen – thematisch passend zum Beispiel mit dem Sommernachtstraum von William Shakespeare. Oder mit diesen beiden:

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