Petra Piuk – Lucy fliegt

"Lucy fliegt"-Cover im Koffer

Wir kennen das alle: Sitznachbarn im Zug, im Bus, im Flugzeug. Man kann sie sich nicht aussuchen. Mal hat man Glück und sie sind einfach nett. Bleiben auf ihrem Sitz, liegen nach dem Einschlafen nicht auf unserer Schulter und teilen uns auch nicht ungefragt ihre wie auch immer gearteten Neuigkeiten, Meinungen und Neigungen mit. Und manchmal hat man eben nicht so viel Glück. Läuft es ganz schlecht, sind sie wie Lucy. Weiterlesen

Cora Stephan – Ab heute heiße ich Margo

Ab heute heiße ich Margo

„Ab heute heiße ich Margo“ ist eins dieser Bücher, die mich nicht haben schlafen lassen; in die man als Leser förmlich hineingelebt wird und die man nicht aus der Hand legen will, bevor man den letzten Buchstaben der letzen Seite inhaliert hat. Und das sollte wohl reichen, um dezent darauf hinzuweisen, dass dieses Buch gelesen gehört. Jawohl! Weiterlesen

Indiebookday 2016

Indiebookday2016

indiebookday_16Gibt es Feiertage für Buchmenschen?

Ja, gibt es. Buchmessen zum Beispiel.
Eine Nummer kleiner, dafür aber nicht weniger wichtig sind Tage wie der Indiebookday, der 2013 vom mairisch Verlag aus Hamburg ins Leben gerufen wurde. Weiterlesen

Bregje Hofstede – Der Himmel über Paris

Sketchnote_BregjeHofstede_DerHimmelüberParis

Professor im besten Alter verliebt sich in junge Studentin – ein Thema, mit dem sich schon zig Autoren in ebenso vielen Variationen verewigt haben. Viel Neues ist da nicht zu erwarten, dachte ich. Dann schlug ich das Debüt der Niederländerin Bregje Hofstede auf, begann zu lesen… Weiterlesen

Überraschung im Detail

Wolf Haas, Brennerova

Kennt ihr die sogenannten „Easter Eggs“ von Google? Das sind kleine Grafiken oder sonstige Gimmicks, die Google-Entwickler irgendwo auf ihren Seiten versteckt haben – ohne weiteren Nutzen, einfach nur zu dem Zweck, Freude zu verbreiten.

Was das jetzt mit Büchern zu tun hat? Eigentlich nichts. Aber manchmal stoße ich beim Lesen auch auf so eine Art „Easter Egg“: Kleine, feine Details, die keinen wirklichen zusätzlichen Nutzen haben, aber mein bibliophiles Herz erfreuen, Weiterlesen

Willkommen, 2016!

Ehrengast der Frankfurter buchmesse 2016

Tschüss, 2015…

Ehrlich – so richtig bin ich mit 2015 ja nicht fertig geworden. Zumindest nicht lesetechnisch. Gelesen habe ich zwar trotz der knappen Zeit einiges, allerdings hat mich nichts so richtig vom Hocker hauen können (bis auf eine Ausnahme, aber die bekommt einen Extra-Post). Hier eine kurze Beschreibung der Bücher, die ich trotzdem ganz gerne gelesen habe:

Die Sache mit dem Dezember von Donal Ryan

die-sache-mit-dem-dezember

 

-weil Donal Ryan das Talent hat, das Schicksal eines dicklichen, unbeholfenen Jugendlichen, der denkt wie ein Großer und spricht wie ein Kleinkind; der von seinen Eltern geliebt und verwöhnt, von den Jungs draußen aber gehasst und verhöhnt wird und später zwischen die Fronten verschiedener Interessengruppen gerät, in wunderschönen Bildern zu erzählen. Dieses Buch ist ruhig und laut zugleich, es ist rauh und poetisch, sentimental ohne Kitsch, zum Lachen und Schlucken und bleibt lange im Gedächtnis.

 

Die Sache mit dem Dezember wurde von Anna-Nina Kroll übersetzt, umfasst 272 Seiten, kostet € 19,90 und trägt die ISBN 978-3-257-06927-3.

Eine ausführliche Rezension findet ihr bei Sounds & Books.

Der Fisch in der Streichholzschachtel von Martin Amanshauser

Der Fisch in der Streichholzschachtel

 

 

– weil es einfach herrlich schräg ist, wenn ein Mann sich bei seiner Frau Geld pumpt, um ihr eine Kreuzfahrt zum 40. Geburtstag zu schenken (obwohl er Kreuzfahrten hasst); er sich kurz voher heimlich (!) sterilisieren ließ und nun wegen des schmerzenden Gemächts kaum gerade laufen kann; er sich über seinen dicklich-schwerfälligen Sohn ärgert und seine dürre pubertierende Tochter nicht mehr versteht; er dann auf diesem verdammten Schiff auch noch auf eine verflossene Liebe trifft, die seiner verloren geglaubten Leidenschaft zu schmerzhafter Lebendigkeit verhilft, obwohl er doch eigentlich nur gewissenhaft an seinem Eheleben arbeiten wollte. Dann kommt ein großer Sturm, der alles durcheinanderwirbelt, mit anschließender Flaute und macht irrwitzige Bekanntschaft mit Piraten … Ein Buch, dass mich zweigespalten zurück lässt. Einerseits habe ich mich oft über die so wunderbar pointierten Beschreibungen amüsiert, über skurrile Charaktere und vor allem über den verbalen Schlagabtausch zwischen den Eheleuten – andererseits wurden diese Besonderheiten mit der Zeit durch ständiges Wiederholen schlichtweg so niedergemacht, dass ich nahe dran war, das Buch zur Seite zu legen.

Der Fisch in der Streichholzschachtel  schwimmt über 576 Seiten, erschien im Deuticke Verlag und ist für 21,90 € unter der ISBN 978-3-552-06292-4  im Buchhandel zu haben.

 

Madame Coquette und Monsieur Galant von Pierre Sommet

Madame Coquette und Monsieur Galant

 

– weil es interessant und amüsant ist und sich wunderbar weglesen lässt. Pierre Sommet, gebürtiger Franzose mit doppelter Staatsangehörigkeit, war 34 Jahre lang Leiter des Fachbereichs Fremdsprachen an der Volkshochschule Krefeld und geht über 184 Seiten auf Redewendungen ein, die bei uns in Deutschland häufig und ganz selbstverständlich genutzt werden, ohne deren wahre Bedeutung bzw. ihren Ursprung zu kennen. Das zu verfolgen ist interessant, unterhaltsam und von Nicole Peters sehr passend illustriert.

Hier lang geht es zum Blog von Pierre Sommet: http://madamebaguette.tumblr.com/
184 Seiten, treditio, ISBN-13: 978-3849596163

Herzlich Willkommen, 2016

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Erstmal freue ich mich riesig auf den diesjährigen Ehrengast der Frankfurter Buchmesse:

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Wer mich kennt (oder schon mal einen Blick auf die Seite „über mich“ geworfen hat) weiß, dass ich nah der niederländischen Grenze lebe. So nah, dass ich mit dem Rad rüber kann. Bereits seit meiner Kindheit gehören die Niederlande zu meinem Leben ganz einfach dazu: einkaufen, Urlaub machen, Freunde besuchen, der Niederländisch-Kurs in der Schule – all das war ganz selbstverständlich für mich. In den letzten Jahren habe ich mich allerdings schon öfter gefragt, warum man im literarischen Bereich so wenig von und über unsere Nachbarn liest und erfährt. Da ist die Tatsache, dass Flandern und die Niederlande dieses Jahr Gast der Frankfurter Buchmesse sind, doch ein hervorragender Anlass, dies zu ändern. Die Pressekonferenz auf dier diesjährigen Frankfurter Buchmesse machte jedenfalls richtig Lust, sich mit Literatur aus Flandern und den Niederlanden zu befassen. Das werde ich dann auch gerne tun – im Frühjahr geht’s los.

Blogzuwachs

Dann bekommt „lust zu lesen“ Zuwachs! Ein Bloggeschwister quasi. Ich habe lange hin und her überlegt, ob es Sinn macht ein Extra-Blog zu starten – schließlich ist meine Zeit begrenzt und ich hätte im letzten Jahr schon liebend gerne mehr Beiträge verfasst. Aber es gibt noch so viel mehr Themen, die mich beschäftigen, die aber thematisch nicht so recht in dieses Blog passen wollten. Mir wurde das Korsett, das das Thema Literatur mit sich bringt, irgendwie zu eng.
Also habe ich mich entschlossen, ergänzend zum Thema Nr. 1 noch ein weiteres Blog zu starten, auf dem ich das loswerden kann, was mich sonst noch so beschäftigt, bewegt und begeistert.  Das wird sehr persönlich, sehr speziell, eben sehr ich. Darum heißt es auch ganz einfach SonJa (neugierige Nasen können hier schon mal lauern). Sonst nix. Bisher zumindest. Seine endgültige Form hat dieses Blog noch nicht gefunden, es wird noch geschrieben, verändert, geschoben und gefeilt. Für mich mit einem gewissen Hang zum Perfektionismus eine regelrechte Herausforderung, noch nicht das fertige, polierte Ergebnis präsentieren zu können – aber ist nicht Leben generell eine ständige Veränderung? Also sehe ich der Entwicklung gelassen entgegen und bin schon ganz gespannt, in welche Richtung und in welchem Umfang dieses Projekt sich entwickeln wird. Ob dann auf Dauer diese beiden Blogs nebeneinander bestehen bleiben, ob ich doch noch das eine in das andere integriere – ich weiß es noch nicht. Das wird sich zeigen und ich freue mich über jeden, der Lust hat, mich dabei zu begleiten.

Auf der Suche nach der Zeit, 24 Türen und Ostende

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Auf der Suche nach der Zeit…

In den letzten Wochen war es still geworden hier. Das lag daran, dass mein zur Verfügung stehendes Zeitkontingent und das Verknüpfungspotential meiner Synapsen von einer Weiterbildung in Anspruch genommen wurden. Mein Lesestoff wurde dominiert von Themen wie Monitoring, Marketing, Kommunikation und Recht im www . Da gibt es zwar auch einige nette Bücher, die durchaus empfehlenswert sind – aber man möge mir nachsehen, dass mir schlichtweg der Nerv fehlte, das schriftlich und hier zu tun. Aber nun gut, das ist jetzt auch wieder Schnee von gestern, ich darf mich nach bestandener Prüfung jetzt auch schön und offiziell „Social Media Manager (TH Köln)“ nennen und mich wieder frohen Mutes ins Blogleben stürzen.

24 Türen

Und hiermit geht es denn auch schon ganz direkt und ganz vorweihnachtlich los: Das verlagseigene Blog von Kiepenheuer & Witsch lud in diesem Jahr einige Buchhändler und Blogger ein, ihre Türen für die Leser zu öffnen, die Fragen „Wer bist du, was sind deine Orte?“ zu beantworten und ein Buch zu empfehlen, das anschließend auch verlost werden wird. Und voila: Hinter der 15. Türe verstecke ich mich mit dem Buch:

Ostende 1936, Sommer der Freundschaft

Ich habe mich für Volker Weidermanns „Ostende – 1936, Sommer der Freundschaft“ entschieden, das im letzten Jahr bei Kiepenheuer & Witsch erschienen ist. Ich habe es jetzt anlässlich der „24 Türen“ ein zweites Mal gelesen – und für mich hat es auch beim zweiten Lesen nichts von seiner eigentümlichen Faszination verloren. Das jene seltsame Stimmung heraufbeschwört, in der sich die unterschiedlichsten Persönlichkeiten im Exil zusammenfinden, um überhaupt irgendwo sein zu können; ein Ort, an dem diesen einen Sommer lang diskutiert, intrigiert, gefeiert, geliebt, getrunken, verzweifelt und gehofft wird.

Einerseits fand ich die sehr nüchterne Sprache Volker Weidermanns etwas arg trocken – andererseits ist es aber vermutlich genau so der richtige Ton, um den Stoff nicht verklärend ins Seichte abdriften zu lassen. Und es macht unglaublich neugierig, sich noch mal näher mit den Texten von Stefan Zweig, Joseph Roth oder Irmgard Keun zu befassen.

Und auf die Texte einer Frau, die im Jahr 1936 an ihren Liebhaber in Amerika, der sie regelmäßig mit Geld versorgt und für sie alles aufzugeben und sie zu heiraten bereit wäre, schreibt:

„Ich habe Dich lieb, aber mir liegt ein Dreck daran, Dich zu heiraten. Ich würde mich lieber in einem deutschen Konzentrationslager totprügeln lassen, als mein Dasein dankbar und demütig an Deiner Seite zu Ende zu leben.“

– da kann man nur neugierig werden. Oder etwa nicht?

Übrigens wird von Irmgard Keun im nächsten Frühjahr bei Kiepenheuer & Witsch „Kind aller Länder“ erscheinen, das Buch, das genau in Ostende, im Sommer der Freundschaft, begonnen wurde.

Ostende 1936, Sommer der Freundschaft

Ostende 1936, Sommer der Freundschaft
Volker Weidermann
ISBN: 978-3-462-04600-7
Erschienen am: 08.03.2014 bei Kiepenheuer & Witsch
160 Seiten

Ausführliche Besprechungen auch von Mara auf Buzzaldrins Bücher, bei Sophie von LITERATUREN, von Claudio auf Sätze und Schätze und Tilmann lud Volker Weidermann zum Gespräch auf 54Books.

Stefan Mesch hat 15 Fragen…

… zusammengestellt, die er fast jedem Literaturblogger gerne einmal stellen würde. So war heute Morgen auf seinem Blog zu lesen.

Ich habe mir seine Fragen angeschaut und fand sie und deren Beantwortung so spannend, dass ich sie gerne hier beantworte.

Also, Stefan, für dich (und natürlich alle anderen, die es interessiert): Weiterlesen

#BloggerfuerFluechtlinge

#bloggerfuerfluechtlinge

 

24.08.2015 Ich war noch nie stolz, eine Deutsche zu sein. Diese Art von Stolz, dieser Patriotismus, ist mir fremd. Aber ich war froh, eine Deutsche zu sein. Froh und glücklich, durch das Zusammentreffen von Ort und Zeit hier in Deutschland geboren worden zu sein. Und ich bin es immer noch. Ich bin glücklich, nie hungern gemusst zu haben, ein komfortables Dach über dem Kopf, immer Zugang zu Bildung, Kultur und medizinischer Versorgung zu haben. Das ist ein Privileg. Und es ist ein Privileg, in einem Land zu leben, das Menschen, die Arbeit verloren haben, sich aus den unterschiedlichsten Gründen nicht aus eigener Kraft finanzieren können, aufzufangen versucht. Weiterlesen

Alexandre Dumas – Ein Liebesabenteuer

Alexandre Dumas_Ein Liebesabenteuer_Manesse

Alexandre Dumas_Ein Liebesabenteuer_Manesse

Wer kennt ihn nicht – Alexandre Dumas, Schöpfer der „Drei Musketiere“ oder des „Grafen von Monte Christo. Er war ein Arbeitstier: Insgesamt dürfte er über 600 Werke verfasst haben; entweder alleine oder zusammen mit einem seiner Mitschreiber aus seiner Literatur-Manufaktur.

Aber Alexandre Dumas kann nicht nur Mantel und Degen – er kann auch feinsinnig, scharfzüngig und elegant erotisch, wie er in „Ein Liebesabenteuer“ beweist. Weiterlesen