Schlagwort: Leben

Doris Knecht – Wald

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„Früher, viel früher: Da brauchte man nur eine gute Ausbildung, man musste nur ein fleißiger Einser-Student sein, man brauchte nur Tüchtigkeit, Durchhaltevermögen, einen Rolodex voller guter Kontakte und viel Kaffee (oder Red Bull oder Koffeintabletten oder Kokain): Dann hatte man Erfolg. Zuverlässig. … Das Rezept hatte nach dem Krieg zu funktionieren angefangen, und dann funktionierte es gut fünfzig Jahre lang gut, und dann funktionierte es wegen ein paar dummgekoksten Wallstreetzockern plötzlich nicht mehr.“

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Sibylle Berg – Der Tag, als meine Frau einen Mann fand

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Vordergründig geht es in diesem Buch nur um Sex. Genauer um den Sex, den man nicht hat. Und die Frage, ob es einem besser ginge, hätte man ihn. Aber auch um Angst, Sehnsucht, Frust, Langeweile, Ekel, Selbsthass und Verzweiflung. Das Buch hat mich zuerst begeistert, dann irritiert – zurück lässt es mich ein wenig ratlos. Aber der Reihe nach… Weiterlesen

Jean-Philippe Blondel – 6 Uhr 41

Jean-Philippe Blondel 6 Uhr 41 HANSER

 

Wenn man eine längere Fahrt mit dem Zug vor sich hat, hofft man vielleicht auf etwas Ruhe, Zeit zum Lesen, zum Rausschauen und um die Gedanken fliegen lassen zu können. Was man meist nicht braucht, sind unangenehme Gerüche, Notbremsungen und Sitznachbarn, die einen ohne Luft zu holen zutexten oder einem zu nah auf den Pelz rücken.

Was man an einem frühen Montagmorgen als beruflich erfolgreiche, selbständige Mittvierzigerin nach einem absolut verkorksten Wochenende bei den langsam dem Altersstarrsinn verfallenden Eltern definitiv nicht braucht, ist ein Ex-Partner, der sich auf den einzig noch frei gebliebenen Platz im Abteil setzt – und sich dieser einzig freie Platz (natürlich!) direkt neben einem befindet. Ein Ex-Freund, mit dem man vor fast dreißig Jahren vier Monate lang liiert war, dem man nach dem finalen Wochenende in London allenfalls noch die Pest an den Hals wünschte und ihn in diesem Leben bitte schön nie mehr wiedersehen wollte. Weiterlesen

Dorian Steinhoff – Das Licht der Flammen auf unseren Gesichtern

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Wie, bitte,  soll man  eine einzige, zusammenfassende Rezension über eine Sammlung von sieben völlig unterschiedlichen Erzählungen verfassen, bei der jede Erzählung für sich genommen irgendwie besonders ist? Ich versuche es trotzdem:

Wir kennen sie alle, diese Situationen, die diesen gewissen einen Punkt markieren, an dem unser Leben eine andere Richtung einschlägt. Dass wir diesen Punkt oft erst im Nachhinein als solchen erkennen, macht die Sache dabei nicht einfacher. Weiterlesen