Schlagwort: Kiepenheuer & Witsch

Cora Stephan – Ab heute heiße ich Margo

„Ab heute heiße ich Margo“ ist eins dieser Bücher, die mich nicht haben schlafen lassen; in die man als Leser förmlich hineingelebt wird und die man nicht aus der Hand legen will, bevor man den letzten Buchstaben der letzen Seite inhaliert hat. Und das sollte wohl reichen, um dezent darauf hinzuweisen, dass dieses Buch gelesen gehört. Jawohl! Weiterlesen

Überraschung im Detail

Kennt ihr die sogenannten „Easter Eggs“ von Google? Das sind kleine Grafiken oder sonstige Gimmicks, die Google-Entwickler irgendwo auf ihren Seiten versteckt haben – ohne weiteren Nutzen, einfach nur zu dem Zweck, Freude zu verbreiten.

Was das jetzt mit Büchern zu tun hat? Eigentlich nichts. Aber manchmal stoße ich beim Lesen auch auf so eine Art „Easter Egg“: Kleine, feine Details, die keinen wirklichen zusätzlichen Nutzen haben, aber mein bibliophiles Herz erfreuen, Weiterlesen

Auf der Suche nach der Zeit, 24 Türen und Ostende

Auf der Suche nach der Zeit…

In den letzten Wochen war es still geworden hier. Das lag daran, dass mein zur Verfügung stehendes Zeitkontingent und das Verknüpfungspotential meiner Synapsen von einer Weiterbildung in Anspruch genommen wurden. Mein Lesestoff wurde dominiert von Themen wie Monitoring, Marketing, Kommunikation und Recht im www . Da gibt es zwar auch einige nette Bücher, die durchaus empfehlenswert sind – aber man möge mir nachsehen, dass mir schlichtweg der Nerv fehlte, das schriftlich und hier zu tun. Aber nun gut, das ist jetzt auch wieder Schnee von gestern, ich darf mich nach bestandener Prüfung jetzt auch schön und offiziell „Social Media Manager (TH Köln)“ nennen und mich wieder frohen Mutes ins Blogleben stürzen.

24 Türen

Und hiermit geht es denn auch schon ganz direkt und ganz vorweihnachtlich los: Das verlagseigene Blog von Kiepenheuer & Witsch lud in diesem Jahr einige Buchhändler und Blogger ein, ihre Türen für die Leser zu öffnen, die Fragen „Wer bist du, was sind deine Orte?“ zu beantworten und ein Buch zu empfehlen, das anschließend auch verlost werden wird. Und voila: Hinter der 15. Türe verstecke ich mich mit dem Buch:

Ostende 1936, Sommer der Freundschaft

Ich habe mich für Volker Weidermanns „Ostende – 1936, Sommer der Freundschaft“ entschieden, das im letzten Jahr bei Kiepenheuer & Witsch erschienen ist. Ich habe es jetzt anlässlich der „24 Türen“ ein zweites Mal gelesen – und für mich hat es auch beim zweiten Lesen nichts von seiner eigentümlichen Faszination verloren. Das jene seltsame Stimmung heraufbeschwört, in der sich die unterschiedlichsten Persönlichkeiten im Exil zusammenfinden, um überhaupt irgendwo sein zu können; ein Ort, an dem diesen einen Sommer lang diskutiert, intrigiert, gefeiert, geliebt, getrunken, verzweifelt und gehofft wird.

Einerseits fand ich die sehr nüchterne Sprache Volker Weidermanns etwas arg trocken – andererseits ist es aber vermutlich genau so der richtige Ton, um den Stoff nicht verklärend ins Seichte abdriften zu lassen. Und es macht unglaublich neugierig, sich noch mal näher mit den Texten von Stefan Zweig, Joseph Roth oder Irmgard Keun zu befassen.

Und auf die Texte einer Frau, die im Jahr 1936 an ihren Liebhaber in Amerika, der sie regelmäßig mit Geld versorgt und für sie alles aufzugeben und sie zu heiraten bereit wäre, schreibt:

„Ich habe Dich lieb, aber mir liegt ein Dreck daran, Dich zu heiraten. Ich würde mich lieber in einem deutschen Konzentrationslager totprügeln lassen, als mein Dasein dankbar und demütig an Deiner Seite zu Ende zu leben.“

– da kann man nur neugierig werden. Oder etwa nicht?

Übrigens wird von Irmgard Keun im nächsten Frühjahr bei Kiepenheuer & Witsch „Kind aller Länder“ erscheinen, das Buch, das genau in Ostende, im Sommer der Freundschaft, begonnen wurde.

Ostende 1936, Sommer der Freundschaft

Ostende 1936, Sommer der Freundschaft
Volker Weidermann
ISBN: 978-3-462-04600-7
Erschienen am: 08.03.2014 bei Kiepenheuer & Witsch
160 Seiten

Ausführliche Besprechungen auch von Mara auf Buzzaldrins Bücher, bei Sophie von LITERATUREN, von Claudio auf Sätze und Schätze und Tilmann lud Volker Weidermann zum Gespräch auf 54Books.

Eva Menasse – Quasikristalle

quasikristalle

Auszug aus dem Klappentext:

Was wissen wir wirklich über uns selbst? Und was vom anderen? In dreizehn Kapiteln zerlegt Eva Menasse die Biografie einer Frau in ihre unterschiedlichen Aspekte.  Aus diesem Mosaik tritt auf magische Weise ein kühner Roman hervor, der wie nebenbei die Fragen nach Wahrnehmung und Wahrheit stellt.

Mein Leselust am Buch:

Nach den vielen Rezensionen, die in ihrer Einschätzung teilweise sehr voneinander abwichen, war ich natürlich sehr gespannt, wie der Lesegenuss der „Quasikristalle“ für mich ausfallen würde.

In vielen anderen Romanen, in denen eine Lebensgeschichte aus verschieden Perspektiven oder in unterschiedlichen Zeiten geschildert wird, hangelt der Leser sich an einer Art Faden durch das Leben des Protagonisten. Dieser Faden dient sozusagen als Gerüst oder  verbindendes Element; durch ihn werden die einzelnen Komponenten in Bezug zueinander gestellt. Auf diesen Faden verzichtet Eva Menasse.

 In 13 Kapiteln lernen wir die Protagonistin Xane in verschiedenen Stadien ihres Lebens kennen, Weiterlesen