#Verschämte Lektüre (15) bei Sätze & Schätze

Es macht immer wieder Spaß, auf dem Blog „Sätze und Schätze“ nach literarischen Perlen zu tauchen. Dabei ist es völlig egal, ob man nach Rezensionen, Zitaten oder Hintergründigem sucht: fündig wird man dort immer.
Vor ein paar Wochen startete Birgit die Reihe der „Verschämten Lektüre“. Dort werden literarische Werke vorgestellt, die man nicht unbedingt als erstes nennt, wenn man nach empfehlenswerter Lektüre gefragt wird – die einem aber aus den unterschiedlichsten Gründen eine schöne Lesezeit beschert haben.
Heute erschien dort ein Beitrag über meine verschämte Lektüre:

Ursprünglich veröffentlicht bei Sätze und Schätze:

Seit Mitte 2013 macht “frau g.” auf ihrem Blog “Lust zu Lesen” riesige Lust zum Lesen. Einige ungewöhnliche Buchtipps habe ich bei ihr schon entdeckt – man stöbere selbst auf dem schönen Blog.
Und wird dabei auch auf dieses freundliche Willkommen von Sonja alias “frau g.” stoßen:

“Lust zu lesen hatte frau g. schon immer. Naja, fast. Auf jeden Fall fing sie bereits vor der Einschulung damit an und hörte nie damit auf. Sie las alles, was ihr zwischen die Finger und vor allem vor die Augen kam. Mit der Zeit entwickelte sie dann aber doch gewisse Vorlieben, was ihre Leseauswahl betraf. Heute liest sie am liebsten Zeitgenössisches, ist aber Anderem auch aufgeschlossen – wenn es denn gut geschrieben ist.”

Manchmal darf es aber auch etwas verschämter sein, wie sie uns verrät:

olympia“Als ich das erste Mal bei „Sätze und Schätze“ über die Aktion der verschämten Lektüre las, fiel mir sofort „Olympia“ von Anita Shreve ein. Obwohl ich den Roman bereits vor dreizehn Jahren gelesen habe, ist mir seine Geschichte immer noch präsent und scheint für mich offensichtlich die Vorgaben dieser Reihe „…oder aber um Bücher, die ihr persönlich eigentlich schlecht findet, aber trotzdem gerne gelesen habt“ optimal zu erfüllen.

Der Roman spielt im Jahre 1899. Olympia, sechzehnjährige Tochter aus gutem Haus, natürlich wunderschön und ungewöhnlich intelligent, verliebt sich in einen Freund ihres Vaters. Er, John Haskell, ist von Beruf Arzt, sozial sehr engagiert , verheiratet und selbst Vater dreier Kinder. Dass die ganze Geschichte sich natürlich zum Desaster für alle Beteiligten entwickelt, dürfte klar sein.

Und trotzdem hat mich die Geschichte mitgerissen, und ja, verschämt gebe ich es zu: ich verliebte mich ein bisschen mit in diesen charismatischen, verantwortungsvollen Arzt; fühlte und litt mit Olympia in ihrer dramatisch verzweifelten Situation. Ohnmächtig musste ich mit ansehen, wie die beiden verraten wurden, natürlich auf perfideste Art und Weise: beobachtet durch ein Fernrohr, als sie sich während eines Familienfestes heimlich auf einem Altar liebten (geht’s vielleicht noch ein bisschen dicker?). Dies konnte selbstredend nicht folgenlos bleiben, und so nahm das Drama weiter seinen Lauf…

Natürlich muss man sich dafür nicht wirklich schämen – für mich ist es aber deshalb zum Thema passend, weil dieses Buch alle, aber wirklich alle Ansprüche erfüllt, die ich an einem Buch eigentlich überhaupt gar nicht mag: es spielt mit Klischees, die Story ist vorhersehbar und am Ende gibt es zu allem Überfluss auch noch ein Happy-End. Zumindest fast.”

 

 

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